09.07.2006 Nebelhorn-Berglauf, Oberstdorf
- Michael Gesamtsieger in der
Kombinationswertung -
Mit einer Streckenlänge von 10,5km und 1405m
Höhenunterschied ist der Nebelhorn-Berglauf sicher einer
der extremsten Bergläufe im deutschen Alpenraum. Vom
Oberstdorfer Marktplatz führt die Strecke vorbei am
Schattenbergskistadion auf einem 8,9km langen Asphaltweg
auf die Bergstation "Höfatsblick" in 1932m Höhe. Hier
befindet sich allerdings noch nicht das Ziel. Man
verlässt nun den asphaltierten Teil der Strecke und
begibt sich auf einen 1,6km langen Naturweg hinauf zur
Gipfelstation der Nebelhornbahn auf 2220m.
Dieter, Frank und Michael waren bereits
in den vergangenen Jahren bei dieser Lauf-Veranstaltung
dabei und wussten was auf sie zukommen sollte.
Pünktlich um 9.15 Uhr fiel der Startschuss. Aufgrund der
Umbaumaßnahmen in Oberstdorf war die Streckenführung
allerdings von den Vorjahren etwas abweichend. "250m
mehr" ließ der Veranstalter verlauten. Im Hinblick auf
die bevorstehenden 1405Hm sicherlich nicht der
entscheidende Faktor in diesem Rennen.
Gewohnt ruhig startete das Teilnehmerfeld Richtung
Skistadion, auf dem flachsten Teil der Strecke. Danach
wurde das Feld aber bereits stark in die Länge gezogen.
Michael, der auf den ersten Metern im
hinteren Teil des Feldes zu finden war konnte mit Beginn
des Anstiegs Boden gut machen. "Kurz nach dem Start ist
es etwas dumm gelaufen und ich war weiter hinten als mir
lieb war". Ohne in Panik zu verfallen rollte er nun das
Feld von hinten auf. Nach der Seealpe (ca. Km5) war er
in etwa auf Platz 20 vorgerückt. Der steilste Teil der
Strecke sollte aber erst noch kommen. Der berüchtigte
Latschenhang mit ~25% Steigung. "Mein oberstes Ziel war
es durchzulaufen, ja nicht in den Geh-Schritt verfallen.
Aber ich dachte nicht mal daran gehen zu müssen. Mir ist
es super gelaufen." Auch nachdem er die Station "Höfatsblick"
erreicht hatte konnte man ihm keine Müdigkeit
nachweisen. "Ich hatte eigentlich damit gerechnet dass
auf dem Bergweg irgendwann die Oberschenkel zu machen
oder dass ich Wadenkrämpfe bekomme. Aber nix. Auch auf
einem kurzen Schneefeld, wo ich letztes Jahr echt zu
kämpfen hatte, lief ich mehr oder weniger locker drüber
weg." Resultat der Mühen: ein 16. Platz (3.AK) und eine
Endzeit von 1:15:14h.
Frank, der in den letzten Wochen die
eine oder andere Einheit wegen seiner Achillessehne
ausgelassen hatte, ging mit gemischten Gefühlen an den
Start. "Jetzt schau mr mal was passiert". Doch auch er
konnte sich nicht beklagen. "In den Steilstücken musste
ich kurz mal in den Gehschritt verfallen. Aber das war
auch nicht langsamer. Schlimm fand ich dieses Jahr das
Schneefeld kurz vor dem Ziel. Letztes Jahr bin ich da
lockerer drüber gekommen." Frank erreichte das Ziel mit
einer Zeit von 1:17:46h, was Platz 28 (5.AK) bedeutete.
Dieter reiste mit leichten Form-Zweifeln
in Oberstdorf an. "Du musst hier schon fit sein wenn du
hochkommen willst. Aber ich lauf gerne hier, wenn es
auch hart ist." Nachdem er den Aufstieg zur Seealpe
hinter sich gebracht hatte musste er allerdings ein
wenig zurückstecken. "Der erste Teil ist mir gut
gelaufen, aber am Latschenhang war es dann knackig. Nach
der Station "Höfatsblick" konnte ich die vergangenen
Jahre noch einigermaßen laufen. Aber dieses Jahr hat
dann doch etwas die Form gefehlt und ich musste gehen."
Trotzdem, Dieter beendete den Lauf in 1:30:02h auf Platz
90 (12.AK).
Frank
und Michael hatten in Oberstdorf noch ein weiteres Eisen
im Feuer. Und für Michael sollte dieses noch ganz, ganz
heiß werden. Mit dem Gebirgstälerlauf (Halbmarathon) und
dem Nebelhornlauf gibt es noch zusätzlich die
Kombinationswertung aus den Beiden. Mit seinem 8.Platz
beim Gebirgstälerlauf hatte Michael eine Basis
geschaffen, die durchaus Anlass zu Spekulationen und
theoretischen Überlegungen zuließ. Was aber bei der
Siegerehrung folgte war dann doch mehr als überraschend.
Michael wurde Gesamtsieger der Kombinationswertung. "Ich
gebe zu dass ich mit einem vierten oder dritten Platz
geliebäugelt habe. Aber dass ich Erster werde hätte ich
nicht gedacht. Die Sache wurde sicher auch dadurch
begünstigt dass ein paar in diesem Jahr nicht angetreten
waren. Tja, aber so ist es jetzt nun mal...".
Frank wurde in dieser Wertung Vierter. Er musste sich
dem jungen Siegmund Lüders aus Oberstdorf geschlagen
gegeben. Nach dem Halbmarathon hatte dieser auf Frank
rund 2,5min Rückstand. Mit einem fulminanten Lauf auf
das Nebelhorn (1:13:45min) konnte er mehr als nur seinen
Rückstand gut machen und verdrängte Frank von Rang 3.