Nachdem ich in
letzter Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht gerade
so trainieren konnte wie ich wollte, kam der
Rennsteiglauf zur richtigen Zeit um an Freiburg
anzuknüpfen.
Ziel war es einen
Mitarbeiter meiner Firma, der aus Thüringen stammt,
deutlich zu distanzieren bzw. auf der Strecke zu
überholen.
Die Voraussetzung
hierfür waren nicht gerade günstig. Als Neuling am
Rennsteiglauf hat man die Bürde aus dem letzten
Startblock starten zu müssen. Mein Mitarbeiter, wir
nennen ihn einfach Mark, durfte auf Grund seiner
Vorjahreszeit ( 1:40) aus dem ersten Block starten. Das
Wetter war sehr bescheiden 7° und Sturmböen ließen nicht
gutes verheißen, da sich am Horizont dunkle Wolken
ankündigten.
Jetzt aber zum Lauf.
Beim Startschuß um 7:30, mitten in der Nacht, konnte ich
mir noch gar nicht vorstellen wo das Hauptproblem meiner
mir gestellten Aufgabe lag. Wir benötigten ca. 7-8min
nach dem Startschuß um selbst die Startlinie in Oberhof
zu überqueren. Nun lagen 21,1km und so um die 5.500
Läufer vor mir, mir war kalt und ausgeschlafen hatte ich
auch nicht. Warum also nicht gleich zum Zielbierchen
übergehen. Ich war also auf der Strecke und machte mich
sogleich auf eine sehr wilde Aufholjagd. Nach 400-500m
bergab kam ein leichter Anstieg von ca. 500m Länge, ich
traute meine Augen nicht als ich auf die ersten Läufer
auflief die diesen bereits gehend bewältigten, wo war
ich nur hingeraten? Jetzt ging es für ca. 1km über eine
Bundesstrasse die ich auf dem Grünstreifen neben der
Strecke absolvierte um die ersten Bergaufbremser zu
überholen, es läuft ja ganz gut dachte ich noch, aber wo
sind die Km- Angaben? Nach gut 2,5km kam dann endlich
dieser Rennsteig, von der Autobahn auf den Trampelpfad.
Platz für meist nur 2 Läufer nebeneinander, wie soll man
da nur vorbeikommen? Ich entschied mich neben der
Strecke durch den Wald zu springen, zwar sehr
anstrengend aber immerhin konnte ich hier die
Trainingseinheiten von unserem Mittwochstraining am
besten umsetzen. Endlich einmal die erste km- Anzeige
5km ein Blick auf die Uhr 27min, ich dachte ich steh im
Wald und so war es auch.
Also zurück auf die
Strecke und ohne Rücksicht auf Verluste diese blöden
Hügel im Slalomlaufstil hoch. Auf einmal ein Schild
„höchster Punkt 973m“ aber wie viel km waren gelaufen?
Jetzt ging es fast nur noch bergab, schnell war das 10km
Schild (das zweite auf der Strecke) erreicht, endlich,
die Uhr zeigte 49min an. Jetzt hatte ich meinen Rhythmus
gefunden und setzte meinen Slalomkurs fort. Die jetzt
folgenden Anstiege sind es nicht Wert sie zu erwähnen,
wichtig war, dass die zu überholenden Läufer weniger
wurden. Ab km 15 konnte ich dann mein eigenes Rennen
Laufen, das Feld war hinter mir. Die Uhr zeigte 1:11, na
ja dachte ich nicht gerade Freiburg (hier zeigte die Uhr
an selber Stelle 1:00).
Die letzten 6km
wollte ich nochmals alles geben um zumindest eine Zeit
unter 1:40 zu erreichen (Vorjahreszeit von Mark, wir
erinnern uns) wenn ich schon Mark nicht überholen konnte
(so dachte ich zu dieser Zeit). Ich also mit Vollgas dem
Ziel in Schmiedefeld entgegen, schließlich hatte ich ja
auch noch einen Biergutschein in der Tasche und der
Durst wurde größer. Im Ziel bleib die Uhr dann doch noch
bei 1:35 (Platz 292 AK 42) stehen, geht doch dachte ich,
aber wo war Mark?
Wie sich später
herausstellte habe ich ihn noch auf den letzten 2 km
überholt und ihm 6min (er lief diesmal nur 1:41) und
5.500 Läufer abgenommen.
Hoffentlich ein
Schritt zu alter Stärke, der Berglauf rückt näher!