11.02.2017 Brocken-Challenge

Brocken-Challenge 2017 (BC 2017)

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Anfang November 2016 hat mich Anja kontaktiert, ob wir uns nicht beide für die BC 2017 bewerben sollen. Nach kurzem Überlegen und Check der Internetseite des Veranstalters habe ich meine Bewerbung versendet. Von den ca. 400 bis 500 Bewerbern jedes Jahr werden in etwa 150 bis 180 Startplätze verlost. Das Losverfahren war am 27. Nov. 2016 abgeschlossen. Als männlicher Starter und Erstbewerber hatte ich unglaubliches Glück und habe einen Startplatz ergattert. Anja hatte aus meiner Sicht riesiges Pech und wurde bei einer angeblichen fixen Frauenstarterquote von 20 % nicht gezogen.

Nun ging es für mich alleine ab Ende November 2016 mit der geplanten 2monatigen Vorbereitung los. Geplant hatte ich wöchentliche Trainingskilometer zwischen 70 und 100.

Die Vorbereitung war extrem hart:

  • die dunkle Jahreszeit; die meisten Trainings-km waren in der Dunkelheit zu bewältigen
  • die Kälte und der Schnee
  • am 17. Dez. habe ich den Fuß stark übertreten und hatte eine Zwangspause von 1 Woche
  • dann am 31. Dez. der Silvesterlauf auf die Teck, den ich in Dettingen/Teck bei der ersten Steigung abgebrochen haben; zum Glück, denn dann war eine 2wöchige Zwangspause aufgrund einer starken Erkältung.

Am 12. Januar 2017 dann der erste Trainingstag im neuen Jahr mit 14 km in 1:17 und 200 Hm; samstags dann langer Lauf mit Anja, Uli und Alex im Schönbuch mit knapp 35 km - „geht doch!!“

Die nächsten 3 Wochen Vorbereitung liefen perfekt und der BC kann kommen.

Zu dritt fuhren wir am Freitag, 10. Feb. nach Göttingen. Alex als Begleiter ab km 42 bis zum Ziel und Dennis als Vorhut auf dem Gipfel, der uns entgegenläuft und davor das Auto in Gipfelnähe (7 km Fußmarsch) geparkt hat.

Am Freitag war die Registrierung und das obligatorisch Briefing. Die Streckenverhältnisse wurden als bescheiden beschrieben und empfohlen, Schuhe mit Spikes anzuziehen oder sich Yaktrax unter die Füße zu binden. Alex hat zum Glück „Schneeketten“ eingepackt. Ich habe nur normale Salomon Speedcross eingepackt, aber nicht meine Spikecross. Eine große Dummheit, wenn man von den Verhältnissen zu Hause auf die Verhältnisse am Brocken schließen möchte.

Am Freitag nach dem Briefing dann zum Italiener und früh ins Bett. Um 4 Uhr wecken, dann Abfahrt um 4Uhr45 an den Start. Dort musste man sich auch nochmals einschreiben und es gab Frühstück vom Veranstalter.

Die Atmosphäre am Start war gelöst. Der Chef (Markus Ohleff) hat uns nochmals ein paar nachdenkliche Wort auf den Weg gegeben und um 6 Uhr das Rennen gestartet.

In der Nacht mit Stirnlampen ging es teils über eisige Flächen über die erste Ortschaft Mackenrode zur ersten VP in Landolfshausen. Nach knapp 1 Stunde um 7 Uhr war ich planmäßig dort und konnte die beiden Begleiter Dennis und Alex dort treffen. Langsam wurde es hell und die Stirnlampen konnten ausgeschaltet werden.

Von Landolfshausen kam die erste Steigung, weiter über die Seulinger Warte, bei km 17 die Seeburger Seen nach Rollshausen bei km 21,8 (VP 2). Wieder treffe ich meine beiden Begleiter. Ich bin ein wenig über dem Zeitplan. Die ersten 42 km (VP 4 bei Barbis) wollte ich in 3 Stunden 50 erreicht haben. Dieser Plan war ohne die schwierigen Wegverhältnisse zu Hause am „grünen Tisch“ entworfen worden. Innerlich habe ich mich daher ab VP 2 auf etwas über 4 Stunden bei km 42 „umgestellt“.

Von Rollshausen (VP 2) bis VP 3 bei km 30,7 an der sog. Rhumequelle waren auch noch Höhenmeter im schwierigen Gelände und teilweise auf eisigem Grund zu bewältigen. Irgendwie müssen ja die 500 Hm innerhalb der ersten 42 km zusammenkommen. Vom „Tiefpunkt“ Rhumequelle (155 m üNN) bis Barbis war es dann ein weiteres auf und ab und nach bisschen mehr als 4 Stunden war ich an der VP 4 in Barbis. Hier ist exakt die Marathon-Distanz erreicht und dort geht das Rennen erst so richtig los, denn dann beginnt der Harz mit seinen unendlichen Wäldern. Nach der Verpflegung in Barbis ist Alex als mein ständiger Begleiter eingestiegen. Vielen Dank an dieser Stelle für deine Motivation, für die Erkundung des Weges und Deine Unnachgiebigkeit, wie Du und Dennis mich den Berg „hochgetrieben“ habt. Ohne Euch wäre ich deutlich langsamer gewesen.

Von Barbis (km 42,5 und 280 m üNN) bis zum Jagdkopf (km 53,8 und 635m üNN) fast ausschließlich im Wald und auf eisglattem Untergrund. Die „Schneeketten“ von Alex waren hier sehr hilfreich. Die langgezogenen Steigungen waren alle laufbar. Beim Jagdkopf war die VP 5 und der sog. „Entsafter 1“ war passiert. Im sog. „Entsafter 2“ zwischen Jagdkopf und der VP 6 (Lausebuche km 63,1 und 590 m üNN) gab es tiefen Schnee und auch Gehpassagen. Darunter waren auch Kilometer, die richtig Zeit gekostet haben mit über 10 Minuten. Trotzdem waren die übrigen Passagen mit halbwegs gutem Untergrund für mich noch alle laufbar. Nach einer Verpflegung mit viel Flüssigkeit und Salz sowie einer Suppe ging es den ersten Kilometer nach der Verpflegung im tiefen Schnee anschließend auf besserem Untergrund weiter.

Von VP 6 (Lausebuche) bis VP 7 (Königskrug, km 68,5 und 760 m üNN) waren nur 5,4 km zu überwinden. Der Untergrund wurde immer besser. Die Eisschicht wurde durch festgetretenen Schnee abgelöst. Hier haben wir Dennis getroffen, der uns vom Gipfel entgegen gelaufen ist. Nach kurzer Verpflegung ging es gemeinsam bis zu VP 7 (Oderbrück, km 72,4 und 790 m üNN) weiter. Ein Berg war noch zu überwinden, aber nahezu alle Passagen konnten gelaufen werden, auch dank der „Motivation“ (los, lauf jetzt) von Euch beiden.

Auf zum letzten Gefecht, ab Oderbrück bis zum Brockengipfel auf 1.142 m üNN und nach meiner Uhr (mit Umweg) 80,85 km und tatsächlich nach Angaben des Veranstalters 80 km. Der Harz ist wunderschön und tief verschneit. Die meisten Passagen waren laufbar, nur eine kürzere steile Rampe bin ich gegangen. Dann ca. 3 km vor dem Ziel entlang der Schienen der Brockenbahn und auf diesem Teil waren 3 Teilnehmer deutlich stärker als ich und konnten mich noch überholen. Es war nicht daran zu denken, an denen dran zu bleiben. Ca. 850 m vor dem Ziel sind wir auf die geteerte, aber eisige Brockenstraße eingebogen. Viele Touristen haben uns angefeuert, angequatscht, Bier und Schnaps angeboten, aber für uns/für mich gab es nur noch ein Ziel, den Brockengipfel. Nach exakt 9Stunden30 und als 34. bin ich im Ziel angekommen. Überwältigt vom Glück musste ich ein paar „Tränchen“ vergießen. Kurzes Bild am Brockenstein, danach Dusche im Goethe-Saal des Brockenhauses, ausgiebiges Essen und Trinken und um 17 Uhr Abmarsch nach Schierke. Alex hat das schwere Gepäck getragen. Die Stöcke, die ich auf den Gipfel mit der Wechselwäsche geschickt habe, waren auf dem eisigen Weg nach Schierke „gold wert“. Um 18Uhr30 nach 7 km bergab waren wir am Auto. Rückfahrt über Göttingen und gepflegtes Essen an der Autobahnraststätte im Burger-King waren ein schöner Abschluss des Abenteuers BC 2017. Um 1 Uhr war ich in Kohlberg. Um 2 Uhr im Bett, nachdem alles ausgeräumt war.

BC 2018?? Für mich nicht, ich lass anderen Bewerbern die Chance für dieses einmalige Abenteuer im Harz. Ein wunderschöner Winterultra mit einem Veranstalter der mit viel Herzblut die Sache angeht und den Teilnehmerbeitrag für karitative Zwecke spendet. Die Helfer sind allesamt super nett und hilfsbereit. An den Verpflegungen bekommt man das, was man braucht.

BC irgendwann mal wieder??? Bestimmt. Probiert es mal aus.

Fakten zum BC 2017:

  • 80 km (netto)
  • + 1.900 Hm; - 1.100 Hm
  • Streckenzustandsbeschreibung des Veranstalters: gefrorener Boden, längere Eispassagen auf den ersten 6km durch den Göttinger Wald. Trocken und hart durch's Eichsfeld und an der Tilly-Eiche vorbei. Dann wieder stellenweise Eis zwischen Rhumequelle und Barbis. Von dort bis zur Wasserscheide fast komplett (saumäßig) vereist. Ab der Wasserscheide bis ins Ziel durchgehend (dick) schneebedeckt. Dabei bis auf kürzere (loipenfreie) Abschnitte hinter dem Jagdkopf, wo wieder "Beach-Volleyball" angesagt ist, recht gut zu laufen (bis auf außer Kontrolle geratene Skiläufer). Jenseits der Lausebuche zeigt sich der Wald komplett eingehüllt in zentimeterdicken Reif. Zum Start schaut der Vollmond ein paar Minuten vorbei. Die Sonne zeigt sich insgesamt nur zweimal für 2 Minuten. Der Gipfel ist (wohl für die meisten) im Nebel.  Den ganzen Tag über bedeckt und schwachwindig, auch am Gipfel nur ein moderates Lüftchen. Temperaturen ganztägig knapp unter Null. 
  • neue Rekorde: 476 Bewerbungen; 189 Starter, darunter 34 Frauen (Frauenquote: 18%); 176 Finisher (93,1%), darunter 29 Frauen (Frauenquote: 16,5%)
  • schnellster Mann: Florian Reichert (Göttingen) 6:52h; schnellste Frau: Nicole Keßler (Dresden) 9:02h 
  • meine Zeit: 9:31 h
  • Gesamtplatzierung: 34 (in Relation zu den Startern: 18%; in Relation zu den Finishern: 19%); davon 30 Männer und 3 Frauen, die schneller im Ziel waren
  • Schuhe: Salomon Speedcross 3; mindestens für den zweiten Teil der Strecke hätte ich die Salomon Spikecross haben sollen.

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